

Die Rosenkranz-Basilika in Berlin-Steglitz wurde 1900 eingeweiht und feierte im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Bestehen, das nun mit einer Festschrift aus dem renommierten Regensburger Verlag Schnell & Steiner gewürdigt wird.
Die Berliner Rosenkranz-Basilika wurde 1899/1900 nach Plänen von Christoph Hehl (1847-1911) erbaut und im November 1900 durch den Breslauer Fürstbischof Georg Kardinal Kopp konsekriert. Besonders beeindruckend sind ihre umfangreiche Ausmalung und das stimmige Bildprogramm des Kirchenmalers Friedrich Stummel (1850-1919).
Die Ausmalung der Kirche – Maria und die Geheimnisse des Rosenkranzes, genau durch den Architekten und eine Kommission festgelegt – zog sich über 30 Jahre hin. Die Ausmalung und Ausstattung der Kirche sind so prägend, dass der baulich schlichte Innenraum der Kirche auf seltenen Aufnahmen aus der Zeit vor 1906 kaum wiederzuerkennen ist. Programmatisch zeigt die Innenausmalung die fünfzehn Geheimnisse des Rosenkranzes – sie ist ein gemaltes Rosenkranzgebet.
Die markantesten Wandmalereien stellen die Rosenkranzspende durch Maria an den hl. Dominikus und die hl. Katharina von Siena dar (Apsis), die Geburt Jesu als drittes Geheimnis des freudenreichen Rosenkranzes (östliche Stirnwand), die Kreuzigungsszene als letztes der schmerzhaften Geheimnisse (westliche Stirnwand) sowie die Aufnahme Mariens in den Himmel und die Krönung Mariens – beides in der Kuppel – als die beiden letzten Geheimnisse des glorreichen Rosenkranzes.
Die Sendung des hl. Geistes aus dem glorreichen Rosenkranz hat Stummel in der beeindruckenden Darstellung des „Pfingstwunders“ im Apsis-Chorbogen gemalt: Maria thront inmitten der Zwölf Apostel während sie den hl. Geist, dargestellt als rote Feuerzungen über ihren Köpfen, empfangen.
Zu den bekanntesten Besuchern gehört wohl Oberst i.G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der am Vorabend vor dem (missglückten) Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 als gläubiger Katholik in dieser Kirche betete. Er entdeckte möglicherweise an diesem Tag zufällig ein Votivbild der Rosenkranz-Madonna mit dem heiligen Dominikus, welches die Inschrift trägt: „Accipe Sanctum Gladium A Deo“ („Empfange dieses heilige Schwert von Gott“). Möglicherweise nahm Stauffenberg diese Inschrift als Bekräftigung seines geplanten Tuns.
Die nun erschienene Festschrift vereint Predigten und Vorträge zu zahlreichen Aspekten der Geschichte von Gebäude und Gemeinde, die anlässlich des Jubiläumsjahres 2025 gehalten wurden. Sie enthält zudem zahlreiche Detailaufnahmen der einzigartigen Wandmalereien und der Architektur sowie viele historische Aufnahmen der Basilika, die teilweise erstmals veröffentlicht werden.
Zu den Autoren gehören u.a. Erzbischof Dr. Heiner Koch, der Apostolische Nuntius Dr. Nikola Eterović, Weihbischof Dr. Matthias Heinrich, Dompropst Prälat Tobias Przytarski, Prof. Dr. Klaus Niehr, Prof. Dr. Christian Hecht, Prof. Dr. Michael Fiedrowicz, Dr. Konstantin Manthey, Roland Metzler, Dr. Thomas Raus und MTheol. Christopher Tschorn.
Martin Hannig (Hrsg.), „Seht Gottes Zelt auf Erden…“ 125 Jahre Rosenkranz-Basilika Berlin. Predigten, Vorträge, Texte im Jubiläumsjahr 2025
Verlag Schnell & Steiner, Regensburg
1. Auflage 2026, 216 Seiten, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, fadengeheftet
ISBN 978-3-7954-9123-9
19,95 Euro